Schwerin II
Der Wahlkreis 9 umfasst Ostorf, Großer Dreesch, Gartenstadt, Krebsförden, Görries, Wüstmark, Göhrener Tannen, Zippendorf, Neu Zippendorf, Mueßer Holz und Mueß.
Hier leben rund 40.000 Menschen – mehr als 40 Prozent der Schweriner Bevölkerung. Der Wahlkreis vereint auf engem Raum sehr unterschiedliche Seiten unserer Stadt: dicht bebaute Wohnquartiere, familiengeprägte Wohngebiete, gewachsene Dorfstrukturen, große Gewerbe- und Industrieflächen, Wälder sowie die Ufer des Schweriner, des Ostorfer und des Faulen Sees. Im Südwesten schließt sich das Siebendörfer Moor an. Genau diese Vielfalt macht Schwerin II besonders.
Schwerin II zeigt aber auch, wie unterschiedlich Chancen verteilt sind. Mehr als 25.000 Menschen leben allein auf dem Großen Dreesch, in Neu Zippendorf und im Mueßer Holz. Dort entscheiden gute Schulen, erreichbare Beratung, Jugendangebote, bezahlbares Wohnen und verlässliche Mobilität besonders stark darüber, welche Möglichkeiten Menschen im Alltag haben. Diese Stadtteile dürfen dabei nicht auf ihre Herausforderungen reduziert werden. Sie sind jung, vielfältig und voller Engagement
Viel Raum für gute Arbeit
Görries, Wüstmark und Göhrener Tannen gehören zu den wichtigsten Wirtschaftsstandorten der Stadt. Hier liegen etablierte Gewerbegebiete, der Technologie- und Gewerbepark und der Industriepark Schwerin.
Allein der Industriepark umfasst 350 Hektar. Rund 168 Hektar voll erschlossene Industriefläche sind noch verfügbar. Bislang sind dort neun Unternehmen angesiedelt. Das ist weniger ein Argument gegen den Standort als eine große ungenutzte Chance: für neue Unternehmen, qualifizierte Arbeitsplätze, Ausbildung und regionale Wertschöpfung. Gleichzeitig zeigen Görries und andere bestehende Gewerbegebiete, dass die Nachfrage dort hoch ist und vorhandene Flächen erfolgreich genutzt werden können.
Wir sollten deshalb nicht wahllos Fläche vergeben. Schwerin braucht eine aktive Ansiedlungspolitik, die zu unserer Stadt passt: mit guter Arbeit, tariflichen Standards, nachhaltiger Produktion und verlässlichen Ausbildungsplätzen. Dazu gehören eine leistungsfähige Infrastruktur, ausreichend erneuerbare Energie und eine Verwaltung, die Unternehmen begleitet und Verfahren verständlich und zügig bearbeitet.
Auch die öffentliche IT ist ein Wirtschaftsfaktor. Als Landeshauptstadt verfügt Schwerin über Erfahrung und Arbeitsplätze rund um Verwaltung, Digitalisierung und IT-Sicherheit. Diese Kompetenz müssen wir sichern und ausbauen, statt sie durch immer größere Abhängigkeiten von internationalen Konzernen zu schwächen.
Stadtteile im Aufbruch
Großer Dreesch, Neu Zippendorf und Mueßer Holz haben in den vergangenen Jahrzehnten tiefgreifende Veränderungen erlebt. Nun stehen erneut wichtige Investitionen an. Rund um den Berliner Platz sollen unter anderem ein neuer Berufsschulcampus, eine neue Stadtteilmitte und zunächst 370 Wohnungen entstehen, darunter auch Sozialwohnungen. Im Mueßer Holz haben Arbeitsagentur und Jobcenter rund 500 Arbeitsplätze an einem neuen Standort gebündelt.
Solche Projekte zeigen, was möglich ist, wenn öffentliche Investitionen, Wohnen, Bildung und Arbeitsplätze gemeinsam gedacht werden. Entscheidend ist, dass nicht nur neue Gebäude entstehen. Es braucht lebendige Plätze, gute Verbindungen, soziale Angebote und echte Beteiligung der Menschen, die dort leben.
Wie gut ein Kind aufwächst, darf nicht von der Adresse abhängen. Gleichzeitig brauchen alle Stadtteile Entwicklungsmöglichkeiten, ob es um eine passende Wohnung, sichere Schulwege, barrierefreie Haltestellen, erreichbare Gesundheitsangebote oder einen lebendigen Ortskern geht.
Natur als Stärke und Verantwortung
Von den Wäldern rund um Neu Zippendorf und das Mueßer Holz bis zum Schweriner See in Zippendorf und Mueß verfügt der Wahlkreis über eine außergewöhnliche Natur- und Erholungsqualität. Das macht die Stadtteile lebenswert und ist zugleich ein bedeutender Standortvorteil.
Diese Natur ist aber nicht nur eine schöne Kulisse. Sie schützt vor Hitze, speichert Wasser, bietet Erholung und schafft Lebensräume. Gleichzeitig müssen dicht bebaute Quartiere besser auf steigende Temperaturen und Starkregen vorbereitet werden.
Schwerin hat sein Klimaziel um zehn weitere Jahre auf 2045 verschoben. Damit wurde wertvolle Zeit aufgegeben. Umso wichtiger ist es, jetzt konsequent zu handeln. Die kommunale Wärmeplanung zeigt Wege zu einer klimaneutralen, verlässlichen und bezahlbaren Wärmeversorgung. Nun müssen daraus konkrete Veränderungen in den Stadtteilen werden: mehr Bäume und Schatten, Schutz vor Starkregen, sichere Radwege, eine sozial gerechte Wärmewende und der Erhalt unserer Seen und Wälder.
Mehr aus unseren Möglichkeiten machen
Mein Wahlkreis hat mehr zu bieten, als häufig sichtbar wird. Er hat Platz für neue Arbeitsplätze, starke Nachbarschaften, moderne Bildungsangebote, sichere öffentliche IT und eine Stadtentwicklung, die Natur und Lebensqualität bewahrt.
Viele Entscheidungen darüber werden in Schwerin getroffen. Das Land setzt jedoch wichtige Rahmenbedingungen: durch die Förderung von Wohnungsbau, Schulen und sozialer Infrastruktur, durch Verkehrspolitik, Wirtschaftsförderung, Klimaschutz und eine funktionierende öffentliche Verwaltung.
Ich möchte, dass das Land diese Chancen eröffnet und Schwerin bei ihrer Umsetzung verlässlich unterstützt. Wir sollten unsere Stadtteile nicht nur verwalten und ihre Probleme beschreiben. Wir müssen in ihre Stärken investieren und gemeinsam daran arbeiten, dass Menschen hier gerne leben, gute Arbeit finden und eine Zukunft für sich und ihre Familien sehen.
Was braucht Ihr Stadtteil?
Sie wissen am besten, was vor Ort funktioniert und was sich verändern muss. Schreiben Sie mir Ihre Erfahrungen, Ideen oder konkreten Anliegen.